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Jana Backhaus
im Interview

Wer sind Sie und wie beschreiben Sie Ihren Drive im Bereich digitaler Medizin, Ihre Rolle?

Als Marketing Managerin bin ich im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Dabei bin ich aber auch für die Entwicklung digitaler Gesundheitslösungen verantwortlich und berate unsere Kunden hinsichtlich ihrer Kommunikation im Unternehmen zu diesem Bereich.

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement zielt darauf ab Arbeitnehmer in Form von Prävention vor langfristigen gesundheitlichen Schäden zu schützen. Zwar hat die aktuelle Situation in unserer Branche die Digitalisierung erheblich beschleunigt, dennoch wird überwiegend den Arbeitsnehmern immer noch eine Einheitsbrei aufgetischt, sodass viele Maßnahmen an ihren Bedürfnissen vorbeigehen. Arbeitgeber sind dann oftmals enttäuscht, dass die erwartete Resonanz ausbleibt und geben in Sachen Betriebliches Gesundheitsmanagement auf.

Natürlich gibt es mittlerweile auch hierfür Apps und eine Vielzahl digitaler Angebote, jedoch mit sehr beschränkten Möglichkeiten der Individualisierung. Zudem liegt der Fokus auf der Prävention. Dass es aber Arbeitnehmer gibt, die bereits Beschwerden haben, sei es psychisch oder physisch, wird wenig berücksichtigt. Hier muss in Zukunft eine bessere Verzahnung von Prävention und medizinischer bzw. ärztlicher Behandlung stattfinden und ich bin der Überzeugung, dass dies in Zukunft möglich sein wird. Sowie auch die Arbeitswelten immer mehr mit dem Privaten verschmelzen, muss in Sachen Gesundheit der Arbeitnehmer ein fließender Übergang stattfinden, der zugleich aber den Datenschutz garantiert und den Arbeitnehmern die Angst nimmt, dass persönliche gesundheitliche Belange zu den Arbeitgebern durchdringen. Da ist es an den Dienstleistern, dafür zu sorgen. Dieser Herausforderung habe ich mich verschrieben.

Zudem forsche ich daran, wie Gesundheitsinformationen kommuniziert werden müssen, damit Menschen diese akzeptieren und umsetzen. Der Mensch als Individuum wird nicht gerne bevormundet und eines Besseren belehrt. Nur wenige Menschen befolgen die Ratschläge hinsichtlich einer Verhaltensänderung von Ärzten oder anderen Informationsquellen. Damit haben auch wir in im Bereich der Prävention zu kämpfen, dass Viele unseren guten Absichten erstmal mit Gegenwehr und Widerstand begegnen. Mithilfe von Algorithmen versuche ich herauszufinden, wie dieser Widerstand mithilfe der richtigen Kommunikation werden kann.

Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Die richtige Mischung macht’s. Durch meinen sportwissenschaftlichen Hintergrund, meiner Expertise im Bereich Kommunikation und Marketing sowie meine Begeisterung für neue Technologien, ist es mir möglich digitale Gesundheitskonzepte und Lösungen zu schaffen, welche die Interessen verschiedener Stakeholder vereinen. Meine berufliche Erfahrung in unterschiedlichen Branchen hilft mir heute Innovationen anzustoßen.

Was exakt findet in Ihrem Alltag schon alles digital statt?

In meinem Alltag findet so gut wie alles digital statt, was eben bereits möglich ist, ob Arzttermin, Weiterbildungen, Projektmanagement oder der Besuch von Sportkursen. Auch meinen beruflichen Alltag verbringe ich im Homeoffice in einem virtuellen Team.

Außer meine tägliche To-Do-Liste, die führe ich immer ganz altmodisch mit Zettel und Stift. Eine Zeile durchzustreichen ist einfach ein schöneres Gefühl, als einfach nur einen Mausklick zu tätigen.

Wo schafft die Digitalisierung damit einen Mehrwert?

Zum einen spare ich mir durch die Digitalisierung jede Menge Zeit, ich hänge beispielsweise nicht mehr in endlosen Warteschleifen, sondern buche mir online einen Termin oder tätige eine Reservierung. Zum anderen können dadurch etliche Prozesse vereinfacht oder gar automatisiert werden. Dies steigert am Ende des Tages die Effizienz.

Einen großen Mehrwert sehe ich in der Individualisierung. In meinem Beruf bin ich nicht mehr an Ort und Zeit gebunden. So kann ich meinen Lebensalltag freier gestalten.

Wo sehen Sie die größten Chancen und das größte Potenzial in der Digitalisierung der Gesundheit? Wieso? 

Grundsätzlich gibt es aus meiner Sicht Chancen für zwei Parteien, die Beschäftigten im Gesundheitswesen, aber auch für die Patienten. Das größte Potential sehe ich in der Möglichkeit Patienten rund um die Uhr betreuen zu können, über Apps und online Angebote. Ein weitere Chance, die dringend genutzt werden sollte, sind smarte Anwendungen, die für die Entlastung der Angestellten, speziell in der Pflege, sorgen. So kann das Verhältnis zwischen Patienten, Pflegekräften und Ärzten dauerhaft gestärkt werden. Davon profitieren alle Beteiligten im medizinischen Sytsem.

Wo konkret sehen Sie das größte Marktpotenzial in der digitalen Gesundheit in den kommenden Jahren und wieso?

Aufgrund des demografischen Wandels sehe ich großes Potential in digitale Lösungen, die den älteren Patienten eine individualisierte und ganzheitliche Unterstützung in Sachen Gesundheit bieten. Sprich, sie unterstützen die Patienten nicht nur bei der Behandlung, sondern verfolgen auch einen präventiven Ansatz. Gleichzeitig verknüpfen die Anwendungen mehrere Bereiche, wie beispielsweise Medikamenteneinnahme, psychische Gesundheit und Bewegungsprävention.

Ich zähle darauf, dass in einigen Jahren die KI soweit entwickelt ist, dass eine individuelle Behandlung immer einfacher möglich ist und auf die Bedürfnisse der Patienten angepasst werden kann. Ausbaufähig ist mit Sicherheit auch die Patienten Journey. Da ist noch viel Luft nach oben. Gerade für Leute, die nicht digital affin sind, sind manche Anwendungen immer noch nicht zugänglich bzw. können nicht den Nutzen liefern, für den sie gedacht sind oder sind mit der Verwendung mehrerer Apps überfordert. Hier wären Lösungen, die den kompletten klassischen Versorgungsweg (Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge) abdecken, bis hin zur möglichen Integration des Einkaufs von Medikamenten ein wünschenswertes Ziel.

Zudem kann ich mir vorstellen, dass der Urbanisierung mit digitalen Telemedizin verstärkt begegnet werden muss. Diese wird sich ebenso in den kommenden Jahren zuspitzen, sodass ortsunabhängige medizinische Versorgung immer relevanter wird.

Was ist Ihr konkreter Ratschlag an Gründer und Investoren im Bereich digital health?

Bei Anwendungen für medizinisches Personal:

Sprechen Sie auch mit denen, die beim Thema Digitalisierung sich nicht freiwillig zu Wort melden. Damit meine ich beispielsweise Pflegepersonal oder Krankenschwestern. Viele Lösungen und Ansätze gehen an den Bedürfnissen der ausführenden Kräfte vorbei. Digitale Health Lösungen müssen ganzheitlich gedacht werden

Vergessen Sie daher nie die Personen, die mit den Konzepten wirklich arbeiten müssen. Digitale Kompetenzen müssen in allen Bereichen vermittelt werden, angefangen bei den Pflegekräften. Hier gilt es Herausforderungen, wie Sprache und Wissen sowie kulturelle Unterschiede zu überwinden.

Bei Anwendungen für die breite Bevölkerung:

Haben Sie den demografischen Wandel im Blick. Ältere Menschen müssen Ihre Anwendungen anwenden können, sie sind die große Zielgruppe für Apps im Gesundheitsbereich.

Schaffen Sie eine Transparenz, was die gesammelten Daten betrifft. Diese Informationen sollten einfach zu finden sein. Nehmen Sie dadurch den Anwendern die Angst vor Überwachung und Kontrolle.

Deshalb sollte der Datenschutz besonders in diesem sehr persönlichem Bereich der eigenen Gesundheit an oberster Stelle stehen.

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die digitale Gesundheit des Potentials mit überlastetem Personal und ineffizienten Behandlungspfaden

Wer sind Sie und wie beschreiben Sie Ihren Drive im Bereich digitaler Medizin, Ihre Rolle?

Mein Name ist Akira Poncette, und ich arbeite als Assistenzarzt in der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin sowie als Digital Clinician Scientist in der Arbeitsgruppe Data Science in Perioperative Care der Charité – Universitätsmedizin Berlin. In meiner bisherigen Berufslaufbahn habe ich oft zwei Dinge gesehen: überlastetes medizinisches Personal und ineffiziente Behandlungspfade. In Digital Health sehe ich beide Potentiale: Entlastung des medizinischen Personals durch den Einsatz innovativer Technologien, sowie die Optimierung der vorhandenen Patientenversorgung durch Digitalisierung.

Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal? Was exakt findet in Ihrem Alltag schon alles digital statt? Wo schafft die Digitalisierung damit einen Mehrwert?

Einer der Gründe, warum ich aus der Akutgeriatrie in die Anästhesiologie und Intensivmedizin gewechselt bin ist, dass letztere bereits seit 2006 eine digitale Patientenkurve führen. Damit werden bei uns in das sogenannte Patientendatenmanagementsystem (PDMS) alle Behandlungen kontinuierlich dokumentiert. Das bedeutet, dass wir keine Vitalparameter mehr händisch mit Kugelschreiber eintragen müssen, oder Kolleginnen oder Kollegen darum bitten müssen, eine unleserliche Schrift zu dechiffrieren. Auch die Verfügbarkeit sowie Vernetzung medizinischer Geräte z.B. auf der Intensivstation ist sehr hilfreich. So können wir z.B. eine Echokardiographie durchführen und sie direkt im Krankenhausinformationssystem (KIS) speichern, und später einem Kollegen am PC zeigen. Die Digitalisierung der Behandlungsdokumentation, und die ubiquitäre Verfügbarkeit schafft daher einen sehr großen Mehrwert.

Wo sehen Sie die größten Chancen und das größte Potenzial in der Digitalisierung der Gesundheit? Wieso? 

Aktuell sehe ich zwei große Potentiale für Digital Health: 1. Die Nutzung von Gesundheitsinformationen für Prävention, Diagnostik und Therapie in allen Sektoren, z.B. durch eine Künstliche Intelligenz. 2. Die Verwendung von Telemedizin Applikationen sowohl in der ambulanten als auch stationären Patientenversorgung. 

Die Informationsflut für das medizinische Personal wird immer weiter zunehmen; wir werden überwältigt von Alarmen und Benachrichtigungen, sodass wir intelligente Systeme brauchen, die diese Informationen filtern, und nutzbar machen für die Patientenversorgung. Viele Wege und Prozesse könnten zudem durch die Implementierung von Telemedizin wegfallen und so die Patientenversorgung optimieren.

Wo konkret sehen Sie das größte Marktpotenzial in der digitalen Gesundheit in den kommenden Jahren und wieso?

Die breite Verfügbarkeit von Gesundheitsinformationen z.B. durch die intensivmedizinische Behandlung, hat dazu geführt, dass diverse Klinische Entscheidungshilfe Systeme (CDSS) etwa zur Vorhersage einer Sepsis publiziert werden. Ich sehe ein großes Potential darin, dass solche Systeme zum einen durch die Nutzung von hochqualitativen Daten (z.B. durch das Patienten Monitoring) optimiert werden können, sowie in Echtzeit auch in der Routineversorgung genutzt werden können. Durch die Einführung von Wearables sowie der Optimierung der Monitoring-Funktionen z.B. von Vitalparametern könnten solche Systeme mittelfristig auch im ambulanten Sektor genutzt werden.

Was ist Ihr konkreter Ratschlag an Gründer und Investoren im Bereich digital health? 

 Verstehen Sie zuerst das Problem in all seinen Ebenen. Holen Sie sich immer wieder Kliniker*innen und Patient*innen in Ihr Team, am besten immer nur kurzfristig als externe Berater, um durchgehend “frisches” Feedback von Usern zu erhalten. Und, verlieben Sie sich nie in Ihr Produkt.

Welche drei Events sind absolute MUSTs im Bereich Digital Health, würden Sie also dringend empfehlen? 

https://www.himss.org/events/europe-digital

https://dmea-sparks.de/

Im Bereich Intensivmedizin: https://www.esicm.org/events/33rd-annual-congress-madrid/

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Das deutsche Gesundheitswesen braucht mutige Gründer | Tanja Heiß im Interview

Wer bist Du und wie beschreibst Du Deinen Drive im Bereich digitaler Medizin, Deine Rolle?

Mein Name ist Tanja Heiß und ich bin Gründerin und Geschäftsführerin der ID-NATIVE GmbH. Als Strategin unterstütze ich Organisationen dabei, Klarheit über ihre DNA zu bekommen. Ich glaube, dass grundsätzliche Veränderungen und Fortschritte in der digitalen Medizin nur erzielt werden, wenn wir mutige und verantwortungsvolle Führungskräfte ihre Mitarbeiter durch Visionen inspirieren und sie mit einer klaren Strategie führen. Dazu benötigt es einen Managementwandel. Mein Antrieb ist es, Menschen und Organisationen dabei zu helfen, ihren individuellen Fingerabdruck zu hinterlassen – auch digital.

Was ist Dein USP, Dein Alleinstellungsmerkmal? Was exakt findet in Deinem Alltag schon alles digital statt? Wo schafft die Digitalisierung damit einen Mehrwert?

ID-NATIVE ist keine Agentur und auch keine klassische Beratung. Was uns ausmacht, ist der Mut, mit dem wir die Themen ansprechen, aber auch gleichzeitig umsetzbare Strategien und Lösungen schaffen. Wir bringen die Menschen immer wieder aus ihrer Komfortzone und helfen ihnen dadurch über sich hinauszuwachsen. Die Arbeit an der Marke oder an vermeintlich weichen Faktoren wie Führung und Unternehmenskultur machen wir messbar und dadurch nachhaltig. Mit dem Knowhow aus Mittelstand, Agentur und Gesundheitswesen sind wir gerade, was unsere strategischen Marken- und Kommunikationsworkshops betrifft ein wichtiger Partner auf Augenhöhe, wenn es um neue Employer Branding- oder Digitalisierungsstrategien geht.

Mein Alltag ist bereits sehr digital. Neben E-Mails, Video-Calls und der Nutzung von Tools wie Slack und natürlich Social Media-Kanälen lässt sich vieles von unterwegs und schnell erledigen. Apps und Fitnesstracker gehören inzwischen ganz selbstverständlich dazu. Vor allem, die Betreuung mehrerer Kunden gleichzeitig oder die Abstimmung mit unterschiedlichen Teams, ein schnelles Feedback zwischendurch etc. wird durch die digitalen Anwendungen deutlich einfacher. Es geht also primär um Effizienz.

Wo siehst Du die größten Chancen und das größte Potenzial in der Digitalisierung der Gesundheit? Wieso?

Gerade im Bereich AI stecken wir noch in den Kinderschuhen. Wenn wir hier einen Sprung nach vorne schaffen, gelingt es uns, die im Gesundheitswesen arbeitenden Menschen zu entlasten. Wenn beispielsweise unnötige Wege durch intelligente Robotik gespart werden können und medizinisch komplexe Diagnosen auch in den entlegensten Regionen der Welt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und Telemedizin möglich werden, profitiert am Ende vor allem der Patient.

Wo konkret siehst Du das größte Marktpotenzial in der digitalen Gesundheit in den kommenden Jahren und wieso?

Potenzial gibt es an so vielen Stellen. Egal ob Big Data, AI oder Medikamentenzustellung per Drohne. Es gibt unendlich viele Beispiele, wo noch große Sprünge möglich und auch nötig sind. Aber bezogen auf meinen Fachbereich sehe ich noch großes Potenzial im digitalen Führen und der Telemedizin. Das Stichwort heißt smart. Wenn digitale Lösungen smart für den Patienten sind, erleichtern sie ihm die Behandlung, machen die Stellung von Diagnosen einfacher und eröffnen neue Möglichkeiten in der Prävention. Für Mitarbeiter bedeuten smarte digitale Lösungen eine Entlastung am Arbeitsplatz und somit eine höhere Zufriedenheit.

Was ist Dein konkreter Ratschlag an Gründer und Investoren im Bereich digital health?

Auch in der aktuellen Phase sollte sich niemand davor scheuen zu gründen. Ich selbst habe im März 2020 mitten in der Corona-Krise gegründet. Das verändert so manche ursprüngliche Ideen, gibt aber auch neue Möglichkeiten für spannende und wichtige Projekte. Das deutsche Gesundheitswesen braucht mutige Gründer und Start-ups mit unkonventionellen Ideen. Wichtig ist vor allem, als Gründer markant zu sein und für eine klare Identität zu stehen.

Für Investoren ist jetzt der perfekte Zeitpunkt Gründer zu fördern. Die Aufbruchstimmung im Gesundheitswesen ist der optimale Nährboden. Aber auch hier wird es wichtig über den Tellerrand hinauszublicken, also auch jungen Gründern und Quereinsteigern eine Chance zu geben. Investoren sollten immer in Gründer-Persönlichkeiten investieren, nicht nur in eine vielversprechendes Produkt.

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Daniel Grassinger
im Interview

Wer sind Sie und wie beschreiben Sie Ihren Drive im Bereich digitaler Medizin, Ihre Rolle?

Ich hoere auf den Namen Daniel Grassinger und bin aktuell als Senior Manager Investment & Expansion bei „Invest in Bavaria“ (www.bavaria.org) taetig. Zuvor habe ich in Muenchen XPRENEURS (www.xpreneurs.io), ein Inkubator-Programm fuer fruehphasige High-Tech StartUps mitaufgebaut und betreut. Sowohl in Vergangenheit wie auch heute unterstuetze ich StartUps im Bereich „Digital Health“ und „MedTech“ als Mentor und teile gerne meine Erfahrung. Die Revolutionierung der Gesundheitsbrache durch Digitalisierung, weltweit, ist fuer mich unabdingbar wenn wir weiterhin einen hohen Standard des Gesunheitssystems in der westlichen Welt beibehalten wollen.

Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal? Was exakt findet in Ihrem Alltag schon alles digital statt? Wo schafft die Digitalisierung damit einen Mehrwert?

In meinem Alltag versuche ich wo immer es moeglich ist auf digitale Loesungen zurueckzugreifen. In den USA, meiner momentaner Heimat gibt es auch im Gesundheitssystem bereits einige digitale Loesungen. So kommuniziere ich beispielsweise mit meiner Krankenkasse ausschliesslich ueber deren Plattform. Dort habe ich Zugang zu saemtlichen Gesundheitsdaten und erhalte Rezepte.

Wo sehen Sie die größten Chancen und das größte Potenzial in der Digitalisierung der Gesundheit? Wieso? 

Das groesste Potenzial in der Digitalisierung der Gesundheit sehe ich im Bereich der „Standard-Arzt-Besuche, z.B. ich habe eine Blasenentzuendung und brauche ein Rezept fuer ein Antibiotikum. Hierzu muss ich nicht in eine Arztpraxis um dort ewig im Wartezimmer zu sitzen. Video-Untersuchungen sollten in Zukunft ermoeglicht werden (gerade zu Zeiten einer Pandemie waere dies extrem hilfreich). Gleiches gilt fuer die Kommunikation mit meiner Krankenkasse.

Wo konkret sehen Sie das größte Marktpotenzial in der digitalen Gesundheit in den kommenden Jahren und wieso?

Das groesste Marktpotential sehe ich in der Online-Apotheke. Amazon ist bereits heute in der Lage gewisse Gueter innerhalb von Stundenvor die Haustuer zu liefern. Vom digitalen Arztbesuch, ueber das digitale Rezept zur digitalen Apotheke alles abgewickelt auf einer dezentral organisierten Plattform koennte die Grundlage fuer ein Amazon 2.0 sein.

Was ist Ihr konkreter Ratschlag an Gründer und Investoren im Bereich digital health? 

Es muss versucht werden die Regulatoren fruehzeitig in’s Boot zu holen. Digital Health kann nur funktionieren, wenn alle Stakeholder an einem Strang ziehen und von Anfang an verstehen um was es geht, sich gegenseitig „aufschlauen“ und in kleinen Schritten an Prototypen arbeiten. Das oftmals zitierte Oekosystem macht den Unterschied.

Welche drei Events sind absolute MUSTs im Bereich Digital Health, würden Sie also dringend empfehlen? 

Empfohlene Webpages / Foren / Plattformen / Meetups / Newsletter?

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Personalisierte Ernährung durch Wissenschaft und Technologie

Wer sind Sie und wie beschreiben Sie Ihren Drive im Bereich digitaler Medizin, Ihre Rolle?

Mein Name ist Adrian Kapsalis und ich bin Gründer und Geschäftsführer von LOEWI. Wir sind eine wissenschaftliche Ausgründung der TU München und Technologieführer im Bereich der Personalisierten Gesundheit und Ernährung. Basierend auf Blutanalysen und einem Fragebogen, erhalten Patienten maßgeschneiderte Ernährungsempfehlungen und ein 100% personalisiertes Supplement, welches kontinuierlich auf die individuellen Patientenbedürfnisse angepasst wird.

Digitalisierung ist meiner Meinung nach ein Mittel zum Zweck, um Patienten noch individueller und fokussierter betreuen zu können.

Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal? Was exakt findet in Ihrem Alltag schon alles digital statt? Wo schafft die Digitalisierung damit einen Mehrwert?

Unser Alleinstellungsmerkmal bei LOEWI ist es, durch die Kombination aus Wissenschaft und Technologie, personalisierte Gesundheit und Ernährung für jedermann verfügbar zu machen. Die komplette Patientenbetreuung findet bereits digital statt. Das Herz von LOEWI ist hierbei unser Personalisierungalgorithmus, welcher auf mehr als 15.000 wissenschaftlichen Studien basiert und mehr als 9.000 Interaktionen mit Krankheiten, Medikamenten und Allergien berücksichtigt. Diese evidenzbasierte und datengetriebene Herangehensweise ist ohne Technologie/Digitalisierung kaum denkbar.

Wo sehen Sie die größten Chancen und das größte Potenzial in der Digitalisierung der Gesundheit? Wieso? 

Das größte Potenzial sehe ich in einer besseren, individuelleren Patientenbetreuung sowie in der effizienteren Nutzung der verfügbaren Ressourcen.

Viele Prozesse im Gesundheitswesen finden heute noch analog statt, wodurch verfügbare Ressourcen oft ineffizient genutzt werden – dies führt einerseits zu unnötig hohen Kosten und geht oft zu Lasten der Patienten. Besonders in den letzten Wochen und Monaten hat die Corona-Pandemie gezeigt, wie Digitalisierung die Gesellschaft unterstützen kann. Ein Beispiel ist die Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen, wo allzu lange Probleme und Risiken totdiskutiert wurden, anstatt die Möglichkeiten und Vorteile zu erkennen.

Wo konkret sehen Sie das größte Marktpotenzial in der digitalen Gesundheit in den kommenden Jahren und wieso?

Das größte Marktpotenzial liegt meiner Meinung nach in Produkten und Dienstleistungen, die die Patientenbetreuung verbessern und gleichzeitig effizienter gestalten. Während dies in der Vergangenheit oft ein Widerspruch in sich selbst war, ist genau dies das größte Potenzial der Digitalisierung im Gesundheitsbereich – Win-Win Situationen für alle Stakeholder zu schaffen. 

Was ist Ihr konkreter Ratschlag an Gründer und Investoren im Bereich digital health? 

Wichtigster Ratschlag: Der Patient und die Patientin muss immer im Mittelpunkt stehen. Sollte eigentlich selbtsverständlich sein, kann allerdings manchmal eine Herausforderung darstellen, da im Gesundheitsbereich sehr viele unterschiedliche Stakeholder involviert sind.    

Welche drei Events sind absolute MUSTs im Bereich Digital Health, würden Sie also dringend empfehlen? 

MUST Healthcare, Medtechsummit, Healthcare Happy Hour in München

Empfohlene Webpages / Foren / Plattformen / Meetups / Newsletter?

Coliquio
Meetup: Digital Healthcare Entrepreneurship

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Anne Christin Braun
im interview

Wer bist Du und wie beschreibst Du Deinen Drive im Bereich digitaler Medizin, Deine Rolle?

Ich bin Anne Christin Braun, seit gut 1,5 Jahren bin ich der Digital Health Hub Lead für den ZOLLHOF in Nürnberg. Wir sind einerseits einer der am schnellsten wachsenden Tech Inkubatoren Deutschlands und andererseits ein Teil der Digital Hub Initiative der Bundesregierung als deren Hub für digitale Gesundheit – gemeinsam mit dem Medical Valley und den Health Hackers in Erlangen. Das übergeordnete Ziel des Health Hubs ist es durch die Förderung von Innovation und kollaborativem Unternehmertum im Gesundheitswesen die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern. Daran arbeiten wir kontinuierlich mit Startups, etablierten Unternehmen und öffentlichen Stakeholdern.

Was ist Dein USP, Dein Alleinstellungsmerkmal? Was exakt findet in Deinem Alltag schon alles digital statt? Wo schafft die Digitalisierung damit einen Mehrwert?

Ich bin definitiv multidisziplinäre Generalistin, die je nach Bedarf die Startup, SME oder Corporate Brille aufsetzen kann. Nach meinem Business-Abschluss habe ich viele Jahre in einem IT-SME gearbeitet, aber irgendwann gemerkt, dass ich eine Aufgabe brauche, die sinnstiftender ist und mehr Gestaltungsfreiheit zulässt. Schließlich habe ich daher nebenberuflich einen Master in Gesundheitswissenschaften begonnen, mich parallel in den letzten Jahren stark für die Physicians Association for Nutrition engagiert und bin dann durch einen glücklichen Zufall zum ZOLLHOF gekommen.

Aktuell findet in unser aller Alltag zwangsläufig sehr viel digital statt. Ich bin nun auf jeden Fall fit in sämtlichen existierenden video call tools. Neben den täglichen Terminen haben wir direkt unsere vielen Eventformate digitalisiert und so habe ich mittlerweile digitale Events moderiert, online Vorlesungen und Keynotes gegeben. Persönlich freue ich mich aktuell über diverse neue digitale Sportangebote, die so vielfältig sind, dass sie hoffentlich auch den ein oder anderen Sportskeptiker vom Sofa gelockt haben.

Corona hat die Bedeutung des wartezeitenlosen Arztbesuchs ohne Infektionsrisiko deutlich gemacht und zu einem Run auf Videosprechstunden geführt. Dass es die Telemedizin-Plattform Teleclinic nun auch in die Erstattung für gesetzlich Versicherte geschafft hat, stimmt mich mehr als zuversichtlich, dass dieser Trend Corona überdauern wird und Videosprechstunden bald zum Standard gehören.

Wo siehst Du die größten Chancen und das größte Potenzial in der Digitalisierung der Gesundheit? Wieso? 

Laut des diesjährigen World Cancer Reports der WHO wird sich die Zahl der Krebsfälle bis 2040 weltweit fast verdoppeln. Einer der Gründe dafür ist eine alternde Gesellschaft, ein anderer ist unsere Lebensweise. Es wird geschätzt, dass 40% aller neuen Krebsfälle durch die Implementierung von Primärpräventionsmaßnahmen verhindert werden könnten. Daher wird die Rolle von Lifestyle Medizin, die u.a. Ernährung, Schlafmanagement und Bewegung in der Prävention von NCDs wie Krebs einsetzt, an Bedeutung gewinnen. Hier werden insbesondere digitale Tools zum Einsatz kommen, die uns helfen unseren individuell besten Schlaf/Wach-Rhythmus zu finden oder unseren Koffein-Konsum sichtbar machen. Food Scanner können hingegen helfen, die Bestandteile und Allergene von Mahlzeiten zu entschlüsseln. Digitale Ernährungstagebücher supporten etwa Diabetes Typ 2 Patienten dabei, ihre Krankheit besser zu managen und personalisierte Ernährungs- und Rezepttipps zu erhalten.

Außerdem werden maßgeschneiderte Therapien auf Basis von Präzisionsmedizin ein echter Game Changer für die Prävention, Diagnose und Behandlung vieler Krankheiten, wie z.B. Krebs sein. Wir werden uns wegbewegen vom aktuell noch vorherrschenden „eine Therapie für alle-Ansatz“ sondern uns stattdessen genau die Genmutationen eines Tumors anschauen um die individuell effektivste Behandlung zu bestimmen. Aktuell ist Präzisionsmedizin noch sehr ressourcenintensiv und invasiv, da Tumore sehr traditionell analysiert werden – mittels Genomforschung und Pathologie. KI-basierte Bildgebungsverfahren können helfen, Präzisionsmedizin voranzutreiben und sind gleichzeitig weniger invasiv, ressourcenschonend und daher kostengünstiger und patientenfreundlich.  

Wo konkret siehst Du das größte Marktpotenzial in der digitalen Gesundheit in den kommenden Jahren und wieso?

In den kommenden Jahren werden sich vor allen Dingen telemedizinische Angebote weiter etablieren. Nicht nur dem Bedürfnis nach einem Arztbesuch ohne Wartezeiten und ohne Infektionsrisiko kann dadurch nachgekommen werden. Videosprechstunden und Co. helfen auch die Versorgungssicherheit in ländlichen Gebieten sicherzustellen, sich leichter Zweitmeinungen einzuholen und Zugang zu hochspezialisierten Fachärzten und -therapeuten zu bekommen, die nicht in meiner unmittelbaren Nähe operieren.

Was ist Dein konkreter Ratschlag an Gründer und Investoren im Bereich digital health? 

Gründer*innen im Bereich Digital Health agieren in einer der spannendsten aber auch am stärksten regulierten Branchen Deutschlands. Deswegen ist es für diese Startups umso wichtiger, sich ein gutes, verlässliches Netzwerk aufzubauen, erfahrene Mentor*innen als Sparringpartner zu haben und sich starken Support an die Seite zu holen. Im ZOLLHOF bieten wir jungen Gründer*innen genau das an und zwar in einem historisch gewachsenen Ökosystem aus über 500 Med Tech Unternehmen, 65 Kliniken und 80 Forschungseinrichtungen – dem Medical Valley Nürnberg/Erlangen.

Welche drei Events sind absolute MUSTs im Bereich Digital Health, würdest Du also dringend empfehlen? 

Sicher keine Geheimtipps, aber die BITKOM Digital Health Conference, die DMEA und als Nürnbergerin sage ich noch die MedTec Live. International habe ich viel Gutes von der Vitalis in Göteborg gehört, sie steht bei mir für’s nächste Jahr auf der Agenda – so Corona will.

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Frederik Humpert-Vrielink
im Interview

Wer sind Sie und wie beschreiben Sie Ihren Drive im Bereich digitaler Medizin, Ihre Rolle?

Mein Name ist Frederik Humpert-Vrielink. Als Geschäftsführer und Gesellschaft der CETUS Health IT Leadership unterstützen wir Gesundheitsdienstleister ganzheitlich dabei, Digitale Medizin als Gesamtprozess und nicht nur als Technikgadget zu betrachten. Durch den Einblick in die Krankenhäuser und deren Prozesse schaffen wir in unseren Projekten direkten Mehrwert durch Digitale Transformation in der patientenorientierten Medizin am Ende eines Projektes.

Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal? 

Wir haben als einziges Unternehmen in der Krankenhausberatung mit der Plattform ESAMIT den Beratungsprozess zur Digitalen Transformation selbst digitalisiert. Unser Werkzeug simuliert für ein Krankenhaus oder einen anderen Gesundheitsdienstleister exakt die kaufmännischen, prozessualen, personellen und medizinischen Auswirkungen der Strategie zur Digitalen Transformation. Mit diesem volldigitalisierten Ansatz schaffen wir ein Ökosystem, mit dem es gelingt, den Wandel vom Betreiber einer Immobilie voller Technik und Patienten hin zu einem Smart Health Provider zu gehen und diese Investitionen exakt zu amortisieren.

Wo sehen Sie die größten Chancen und das größte Potenzial in der Digitalisierung der Gesundheit? Wieso? 

Medizin wird mit Hilfe der Digitalisierung präziser und genauer werden. Durch die digital unterstütze Auswertung von Vitaldaten erhalten Ärzte die Möglichkeit, für nahezu jede Krankheit eine passgenaue Therapie zu entwickeln. Digitalisierung hilft in der richtigen Ausbaustufe, Patienten gesünder zu machen und die Nachsorge zu optimieren. Künstliche Intelligenz und Rechenleistung ermöglichen es, Daten viel genauer zu interpretieren, als es der einzelne Arzt in der aktuellen Praxis zeitlich kann.

Wo konkret sehen Sie das größte Marktpotenzial in der digitalen Gesundheit in den kommenden Jahren und wieso?

Das größte Marktpotenzial liegt aus meiner Sicht im Internet der Dinge, der Precision Medicine und der Verknüpfung der molekular digitalen Medizin. Das Internet der Dinge ermöglicht es, Nachsorge und Vorsorge viel direkter mit Hilfe von Sensorik in den Alltag der Patienten zu integrieren und passgenauer zu gestalten. Precision Medicine ermöglicht es, die Kosten für Gesundheit und Heilung für genaue Therapien einzusetzen und das immer noch verbreitete „Ratespiel“ bis hin zur Symptomfreiheit mit validen Daten zu hinterlegen und damit besser zu gestalten. Die molekular digitale Kombination wird gerade bei invasiver Onkologie und anderen Krankheiten ein großes Potenzial entwickeln, eindeutige Therapien zu entwickeln. Alle Bereiche setzen jedoch eine verlässliche Cyber Security, moderne und verfügbare IT-Strukturen sowie ein hohes Maß an Datenschutz und standardisierten Prozessen voraus.

Was ist Ihr konkreter Ratschlag an Gründer und Investoren im Bereich digital health?

Jeder Gründer sollte seinen Ansatz vom Patientennutzen aus denken. In letzter Konsequenz sollte die Digitale Transformation nicht bestehende schlechte Strukturen schneller machen sondern die Struktur zum Wohl der Patienten verändern.

Welche drei Events sind absolute MUSTs im Bereich Digital Health, würden Sie also dringend empfehlen? 

Zu empfehlen ist der Digital Health Summit in München, die Precision Medicine World Conference in den USA und die MEDICA mit den Health IT Symposien und dem einzigartigen Zugang zu Herstellern von Medical Devices. Alle Events leider aber aus meiner Sicht darunter, dass die Inhalte meist zum Zeitpunkt des Events von der technologischen Entwicklung überholt worden sind.

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Moritz Butscheid
im Interview

 Wer bist Du und wie beschreibst Du Deinen Drive im Bereich digitaler Medizin, Deine Rolle?

Mein Name is Moritz Butscheid, ich bin ein Arzt mit MBA der bei einer Pharmafirma für Digitalisierung zuständig ist. In der digitalen Medizin konvergieren zwei Megatrends, die Digitalisierung und die sich verändernde globale Demographie: Beides zusammen ergibt ein nicht zu unterschätzendes Potential zur Verbesserung unserer Zukunft. Meine Rolle bei Novartis umfasst den Einsatz neu zur Verfügungs stehender Technologien zur Beschleunigung/Verbesserung des Weges von Patienten durch das Gesundheitsystem: Von Information durch soziale Medien, digitalem Marketing, Apps (für Ärzte, Krankenschwestern, Patienten, Angehörige, etc.) über Big Data Analytics und künstlicher Intelligenz bis zu neuartigen Sensoren.

Was ist Dein USP, Dein Alleinstellungsmerkmal? Was exakt macht Euer Venture? Wo schafft Ihr einen Mehrwert?

Big Pharma hat in den Gesundheitssystem weltweit häufig das grösste wirtschaftliche Interesse gepaart mit den finanziellen Möglichkeiten um die Patientenversorgung zu verbessern. 

Wo siehst Du die größten Chancen und das größte Potenzial in der Digitalisierung der Gesundheit? Wieso? 

Normierung und Interoperabilität zwischen Platformen innerhalb und zwischen Märkten zusammen mit der Verbindung von Einzellösungen in Kombinationsprodukten wird riesige Effizienz- und Qualitätssteigerungen bringen. Heute hat die Digitalisierung dasselbe Problem das die erste Industralisierung hatte: Fehlende Normen führen zu einer unproduktiven Anhäufung von Insellösungen die sich nicht skalieren lassen.

Wo konkret siehst Du das größte Marktpotenzial in der digitalen Gesundheit in den kommenden Jahren und wieso?

Auf Patientenebene: 24/7 Gesundheitsdienste über das Smartphone (z.B. Babylon Health) & digitale Verhaltensänderungsunterstützung (z.B. Omada). Auf Arztebene: Digitalisierung ein Teil klassischer Arztaufgaben (Anamnese, Differentialdiagnose, Beurteilung von bildgebenden Verfahren, etc.), Fokus auf einen neuen Satz von Kernaufgaben (Diagnosebesprechung, Therapieberatung, Interventionen). Auf Kassenebene: Geziehlte Präventivmedizin durch Big Data Analytics.

Was ist Dein konkreter Ratschlag an Gründer und Investoren im Bereich digital health? 

Es ist nie neue Technologie alleine. Ja, sie muss funktionieren und besser sein als der Status Quo, aber das Geschäftsmodell ist mindestens ebenso wichtig (wer muss überzeugt werden, wie kommt das Produkt zu den Kunden, wer bezahlt, wie verändert das neue Modell das existierende)

Welche drei Events sind absolute MUSTs im Bereich Digital Health, würdest Du also dringend empfehlen? 

JP Morgan Health Conference

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Carola Harms
im Interview

Wer sind Sie und wie beschreiben Sie Ihren Drive im Bereich digitaler Medizin, Ihre Rolle?

Mich treibt es, mit anderen Pionieren neue gesellschaftsrelevante Entwicklungen mit zu gestalten. Mein erstes Aha-Erlebnis war, als ich vor ca. 10  Jahren im Rahmen einer Innovations-Veranstaltung Raymond Kurzweil erleben durfte – den amerikanischen Visionär, der von der “Revolution der Medizin” als nächsten großen gesellschaftlichen Meilenstein sprach. Das hat mich nachdrücklich beeindruckt und seitdem nicht mehr losgelassen.

Den Healthcare-Bereich und seine Herausforderungen kenne ich sowohl aus Unternehmer- als auch aus Konzernsicht. Zum einen trieb ich als Geschäftsführerin den Aufbau der Isarklinik in München voran, ein Scale-Up eines neuartigen Klinikkonzepts. Zum anderen arbeite ich seit einigen Jahren für den Pharma- und Diagnostikkonzern Roche in der Unternehmenskommunikation und begleite dort u.a. Themen rund um Digital Health Innovation und personalisierte Medizin. Zudem bin ich für die RoX Health GmbH tätig, dem Company-Builder der Roche Pharma AG. Wir unterstützen dort Gründer und Start-ups, die ihre digitalen Gesundheitslösungen in die deutsche Regelversorgung überführen wollen. Außerdem engagiere ich mich im Rahmen meines eigenen Beratungsunternehmens für Gründer und Start-ups als Mentorin bzw. Beirätin. 

Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal? Was exakt findet in Ihrem Alltag schon alles digital statt? Wo schafft die Digitalisierung damit einen Mehrwert?

Ich kenne Arbeitswelten aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln: aus unternehmerischer Sicht, aus Konzernsicht und auch aus politischer Perspektive. Arbeitsweise, -prozesse und Unternehmenskultur unterscheiden sich hier oft gravierend. Hier verstehe ich mich als kommunikatives Bindeglied – denn wir brauchen alle drei Erfahrungswelten, um digitale Gesundheitslösungen erfolgreich am Markt zu platzieren. 

Schon immer war ich First-Mover, wenn es um das Ausprobieren digitaler Lösungen geht, die meinen Alltag erleichtern: so bin ich bereits seit der ersten Generation des Blackberry Fan von ortsunabhängiger mobiler Arbeit. Um meinen persönlichen Alltag zu organisieren nutze ich diverse Apps wie Evernote und Omnifocus oder Projekt- und Kollaborationstools wie Trello. Aber auch Gesundheits-Apps und Fitness-Tracker finden sich auf meinem Smartphone.

Wo sehen Sie die größten Chancen und das größte Potenzial in der Digitalisierung der Gesundheit? Wieso? 

Ein langfristiger Shift von der Therapie hin zur Früherkennung sowie IT-unterstützte eigenverantwortliche Gesundheitsvorsorge sehe ich als Riesenchance.

Das Gesundheitssystem ist derzeit noch stark auf die Behandlung und Therapie von Patientinnen und Patienten ausgerichtet. Hier werden uns digitale Lösungen sehr unterstützen können. Aber wäre es nicht klasse, wenn Krankheiten schon viel früher erkannt und Menschen schon in einem viel früheren Stadium behandelt werden könnten? Ein langfristiger Shift von der Therapie hin zur Früherkennung sowie IT-unterstützte eigenverantwortliche Gesundheitsvorsorge sehe ich als Riesenchance. Hier können digitale Tools entscheidend helfen. 

Wo konkret sehen Sie das größte Marktpotenzial in der digitalen Gesundheit in den kommenden Jahren und wieso?

Diejenigen digitalen Gesundheitslösungen werden am Markt die größten Chancen haben, die konkrete therapiebegleitende Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten decken. Was es dabei zu beachten gilt: in Deutschland herrscht eine Denkweise vor, bei der Menschen nicht bereit sind, selbst Kosten für ihre Gesundheitsversorgung zu übernehmen. Vielleicht ändert sich diese Einstellung irgendwann mal. Start-ups sollten also ihre digitalen Lösungen von Anfang an DiGAV-konform entwickeln, so dass diese später auch von den Krankenkassen erstattet werden können.

Zudem werden Lösungen eine Chance haben, die den Arzt in seiner täglichen Arbeit unterstützen: von digitalen Pre-Screenings bei bildgebenden Verfahren bis hin zu digitalen Arbeitstools.

Auch im Klinikkontext bin ich überzeugt, dass es noch viel Potenzial für Verbesserungen gibt, die zur Prozesseffizienz aber auch zur Diagnosequalität beitragen können, z.B. bei Klinikmanagement-Systemen oder den digitalen Schnittstellen zwischen den einzelnen Klinikfachabteilungen, so dass Ergebnisse bildgebender Verfahren von Fachärzten unterschiedlicher Disziplinen eingesehen und besprochen werden können. Ein weiteres Beispiel sind Tools, die die Arbeit der Pflegekräfte unterstützen. 

Was ist Ihr konkreter Ratschlag an Gründer und Investoren im Bereich digital health? 

Einfach machen! Es herrscht derzeit auch aus politischer Sicht eine große Bereitschaft digitale Gesundheitslösungen voranzutreiben. Das sollte jede Gründerin oder Gründer nutzen und die vielfältigen Beratungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen: sei es bei Startup-Programmen der großen Universitäten wie der Technischen Universität München, den Accelerator-Programmen von Konzernen der Healthcare-Industrie oder politisch geförderten Initiativen. Gerne möchte ich auch insbesondere Frauen ermutigen, sich für eine Gründung zu entscheiden – auch hier gibt es viele Fördermöglichkeiten.

Welche drei Events sind absolute MUSTs im Bereich Digital Health, würden Sie also dringend empfehlen? 

  1. Der jährliche Digital Health Summit der TU München
  2. “Digital Health 2020 – EU on the Move” am 11.11.2020 im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 
  3. Der Online Health Event “Health – the digital future” am 12./13.11.2020 des Handelsblatts
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Interviews

Bernhard Calmer
im Interview

Wer bist Du und wie beschreibst Du Deinen Drive im Bereich digitaler Medizin, Deine Rolle?

Seit meiner Geburt höre ich auf den Namen Bernhard Calmer und bin seit gut 35 Jahren im Healthcare Business unterwegs. Ich habe Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen studiert. Meine erste berufliche Station war im Bereich der Wirtschaftsprüfung; anschließend habe ich als Stab der Geschäftsführung in einem Krankenhaus gearbeitet und war dann für viele Jahre IT-Leiter in einem Hamburger Krankenhaus. Und nun bin ich seit gut 25 Jahren in IT-Unternehmen im Gesundheitswesen tätig. Wie ihr an meinem Werdegang schön sehen könnt, ging es über die Betriebswirtschaft und die kaufmännischen und administrativen Verfahren immer mehr in Richtung Digitale Medizin. Heute reden wir über Künstliche Intelligenz (KI), Robotik, intelligente Exoskelette und Diseasemaps in denen Krankheiten und ihre Verläufe in einer mehrdimensionalen Matrix gemanaged werden können. Meine Rollen waren unterschiedlich, sie haben sich aber fast immer mit der Frage beschäftigt: Was kommt morgen –  und was kann und muss ich heute schon tun, um dafür gut aufgestellt zu sein? Bis vor kurzem war ich als Direktor für das Business Development in Central Europa tätig, heute bin ich einer der Geschäftsführer der CGM Clinical Europe.

Was ist Dein USP, Dein Alleinstellungsmerkmal? Was exakt findet in Deinem Alltag schon alles digital statt? Wo schafft die Digitalisierung damit einen Mehrwert?

„Wir ertrinken in Daten und hungern nach Wissen“, so hat es John Naisbitt in seinem Buch über die Megatrends des Jahrtausends ausgedrückt. Wissen über die Hintergründe, die Geschichte der Health IT und ihrer handelnden Personen, die digitale Transformation und die kybernetische Verflechtung aller Dinge – ich glaube das ist mein Alleinstellungsmerkmal. Mein Alltag ist allerdings – immer noch – eine Mischung aus digital und analog. So schleppe ich eigentlich nie Papier mit mir rum, alle Notizen erfolgen auf dem Surface, werden ins iPhone diktiert oder getippt. Aber der Austausch mit Menschen, das gemeinsame Arbeiten an und in Projekten findet für mich im Kern immer noch analog und persönlich statt. Corona hat sicher massiv dazu beigetragen, dass viele Termine nun virtuell stattfinden, aber da sind wir noch nicht wirklich trainiert. Unsere Aufmerksamkeitsspanne sinkt viel schneller, es ist – noch – nicht das gleiche „Feeling“ mit einem Menschen persönlich oder digital zu sprechen.  Mehrwerte finden sich schon vielfältige: weniger Termine vor Ort, weniger Reisen, weniger Umweltbelastung. Aber eben auch Brüche zwischen den Welten, das elektrifizieren von analogen Dingen etc. 

Wo siehst Du die größten Chancen und das größte Potenzial in der Digitalisierung der Gesundheit? Wieso? 

Ich weiß nicht, ob jemand das Buch von Leo Nefiodoff „Der sechste Kondratieff“ kennt. Es ist ein Buch, in dem es um langwellige Zyklen geht, die unsere Gesellschaft und die gesellschaftliche Wertschöpfung nachhaltig (so über 50 Jahre) beeinflussen. Er vertritt die These, dass der nächste große Zyklus (der 6. Kondratieff) die Gesundheit bzw. die Gesunderhaltung der Menschheit sein wird. Aus einer Reparaturmedizin wird eine präventive Medizin. Das geht nicht ohne das Erheben und Messen von Daten. Das kann natürlich zukünftig nur digital erfolgen. Die heutigen Wearables und Smartphones geben uns schon einen guten Ausblick auf das, was da kommen wird. Wir sprechen ja auch gerne vom „selfquantifiying“. KI wird uns helfen, die Daten auszuwerten und beginnende Erkrankungen oder besser Veränderungen in unserem Körper zu erkennen und darauf zu reagieren. Das Ganze hat dann einen Impact nicht nur auf den Einzelnen, sondern auch darauf, wie unser Gesundheitssystem funktioniert. Bezahlen wir heute einen Arzt oder ein Krankenhaus für die „Reparatur“, werden wir ihn morgen vielleicht dafür bezahlen, dass er uns hilft, gesund zu bleiben…. 

Wo konkret siehst Du das größte Marktpotenzial in der digitalen Gesundheit in den kommenden Jahren und wieso?

In den kommenden Jahren werden mehrere Bereiche gleichzeitig größeren Veränderungen unterworfen sein: Im Krankenhausbereich wird es vor allem um den Ausbau der IT in die klinischen und pflegerischen Bereiche gehen. Digitale Kurve, Medikation und mobile Lösungen fehlen heute noch in vielen Häusern. Gleichzeitig wird durch den Gesetzgeber die Telematik-Infrastruktur mit elektronischem Medikationsplan, Notfalldatensatz und elektronischer Patientenakte forciert werden. Das betrifft auch die ambulante Versorgung. Wenn dieser Schritt geschafft ist und wir in Deutschland eine „Datenautobahn“ haben, wird auch der Bürger/Patient davon profitieren und seine Krankenakte befüllen können. Das DIGA sorgt parallel dafür, dass Ärzte Apps verschreiben können und damit der digitalen Medizin einen Vorschub leisten. Die Krankenkassen werden auf der anderen Seite ihre Angebote erweitern, um ihren Versicherten Daten aus der Krankenversorgung zur Verfügung zu stellen. 

Steht die Datenautobahn einmal, werden auch in der ambulanten Pflege und im Bereich Social Care neue Möglichkeiten entstehen und datenbasierte Geschäftsmodelle entstehen. Geschäftsmodelle die den Betroffenen – egal ob Bürger oder Patient – die dienstleistenden Institutionen oder Menschen bei der Gestaltung der Prozesse aber auch die Industrie dahinter z.B. bei der Wartung teurer Kernspintomographen mittels Daten und KI unterstützen. 

Was ist Dein konkreter Ratschlag an Gründer und Investoren im Bereich digital health? 

Das Gesundheitswesen gehört – neben der Energiewirtschaft und der Verteidigung – zu den reguliertesten Märkten in Deutschland. Es ist in Europa nicht einheitlich geregelt, d.h. die EU kann keine Gesetze direkt für das Gesundheitswesen eines Landes treffen. Der Markt ist also lokal, hoch reguliert und komplex. Schaut ihn euch genau an, macht euch schlau, sucht den Kontakt zu Menschen, die diesen Markt kennen. Gute Ideen und Geld allein führen hier nicht zum Erfolg. 

Welche drei Events sind absolute MUSTs im Bereich Digital Health, würdest Du also dringend empfehlen? 

Das ist eine gute Frage. Aus meiner Sicht nicht so einfach zu beantworten – denn Startup-Veranstaltungen sind in Deutschland für die Digitalisierung des Gesundheitswesens noch regional ausgerichtet. Im Cluster München ist es sicher die „Digital meets Clinical Healthcare“, im Berlin-Brandenburg Cluster sind es Veranstaltungen des Bayer Grants4Apps Accelerator, der helios.hub der Helios Kliniken Gruppe, der Healthcare Hub Berlin von Pfizer, der Flying Health Inkubator und das Startupbootcamp. Wenn Ihr eher technisch unterwegs seid, ist die medica in Düsseldorf wichtig. Als eine der wichtigsten Szene-Veranstaltungen hat sich die DMEA (früher conhIT) in Berlin etabliert. 

Empfohlene Webpages / Foren / Plattformen / Meetups / Newsletter?

Ich persönlich würde die folgenden vier Newsletter empfehlen: casemix-news@myDRG.de, digitalhealthnews.de, devicemed.de und kma. Mit diesen erhält man einen guten Überblick über Health-IT, Medizintechnik und den Krankenhausmarkt.