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Interviews

Thomas Hopfe
im Interview

Wer bist Du und wie beschreibst Du Deinen Drive im Bereich digitaler Medizin, Deine Rolle?

Gefragt wird hier ja der Verleger eines Verlages für Medizin, Management und Gesellschaft – also jemand, der zunächst mal ziemlich analog Papier bedruckt.

Es gibt 2 Aspekte:

1. Digitalisierung braucht Papier! Im Zuge der Digitalisierung unseres Informationsverhaltens bekommt das Buch eine ganz neue Rolle als „analoger Fels in der Brandung der digitalen Informationsflut“. Das Buch ist verlässlich, ubiquitär nutzbar (natürlich auch elektronisch) und sichtet und sammelt das Wissen für einen Moment und ein bestimmtes Themenfeld. Es wird zum Navigator in einer unsicherer werdenden Welt. Unsere Bücher sind zudem weiterhin „Lifestyle“-Gegenstände, die auch in Gestaltung, Ausstattung und Herstellungsqualität bleibende Werte schaffen.

2. Dem „Buch als Kommunikationswerkzeug“ kommt gerade in der digitalen Welt eine neue, deutlich überwertigere und nachhaltige Rolle zu, nämlich als „Fixstern in einem (digitalen) Kommunikationskosmos“. Keine Veranstaltung, keine Pressekonferenz, kein Podcast und kein Video bleiben so nachhaltig in der digitalen Welt sichtbar wie ein Buch. Unsere Bücher besichtigen Lebenswelten, (be-)setzen Themen oder Positionen und vermitteln Botschaften – im Buch unabänderlich als Referenz und in der digitalen Welt fantasiereich kommuniziert.

Was ist dein USP, Dein Alleinstellungsmerkmal? Was exakt findet in Deinem Alltag schon alles digital statt? Wo schafft die Digitalisierung damit einen Mehrwert?

Das Alleinstellungsmerkmal des Verlages ist sein Verleger, mit umfangreichen Kenntnissen der Gesundheitswirtschaft, einem großen Netzwerk und der Erfahrung aus einer riesigen großen Zahl von Buchprojekten, die zumeist auf die Initiative des Verlegers zurückgehen. Ich bin Coach und Trainer unserer Urheber. Und: Ich unterstütze mögliche Autoren in der Erkundung ihrer Ziele und Strategien – persönliche und/oder der Institution, die sie vertreten – und wir schauen, wie in so eine Zielelandschaft ein Buchprojekt passt. Auf der anderen Seite habe ich immer die Brille der Leser auf, durch die ich auf jede Idee, jedes Konzept schaue, ob da wirklich ein Mehrwert drin steckt.

Wo siehst Du die größten Chancen und das größte Potenzial in der Digitalisierung der Gesundheit? Wieso?

Ich würde nicht von Digitalisierung der Gesundheit sprechen. Ich denke Gesundheit bleibt weiter analog. Ich denke sogar, dass der analoge Arzt einen neuen Wert als sympathischer Partner des Patienten bekommen kann. Zuallererst muss die elektronische Patientenakte so weiterentwickelt werden, dass Entscheidungen auf Basis von Informationen getroffen werden können. Die Patienten müssen erkennen, dass sie dadurch weniger durch unnötige Diagnostik und Eingriffe gefährdet werden.

Was ist Dein konkreter Ratschlag an Gründer und Investoren im Bereich digital health?

Ganz grundsätzlich kann ich (als Gründer) nur sagen: Ein eigenes Unternehmen gehört zu dem Besten, was ich in meinem Leben gemacht habe.